Rechtsmedizin – war die Leiche im Tiefkühlfach gewesen?

Rechtsmedizin kann klären, ob Leiche vorübergehend tiefgekühlt war

Möglich, aber nicht sicher, dass Boris F., „Tron“, Tage vor dem Auffinden seiner Leiche ermordet und seine Leiche vorübergehend tiefgekühlt wurde

Eine Frage, die sich viele im Hinblick auf den ermordeten Boris Floricic, Berlin, bekannt unter Boris F. vom CCC-Berlin oder auch unter „Tron“ vom Chaos-Computer-Club (CCC) Berlin stellten. Für einige ist es sogar klar, dass er vorübergehend tiefgekühlt gewesen sein müsse, siehe z.B.:

https://juergenelsaesser.wordpress.com/2013/10/04/wie-tron-er-selbst-mordet-wurde/

und auch:

http://www.tronland.de/

Aus dem Umstand, dass der Mageninhalt der am 22.10. 1998 gefundenen Leiche mit der von Tron am 17.10.1998 eingenommenen Mittagsmahlzeit übereinstimmte, obwohl Tron laut Obduktion beim Auffinden erst 24 Stunden tot gewesen sei, wird dabei geschlossen, dass Tron vor der Verdauung seines Mittagsmahles vom 17.10.1998 tiefgekühlt und später dann wieder aufgetaut worden sein müsse.

Dieser Schluss, auch wenn von zweifellos klugen Köpfen gezogen (u.a. von Andy Müller-Maguhn und Jürgen Elsässer) ist allerdings falsch: Er kann auch bis zum 21.10. gelebt und als „Henkersmahlzeit“ eine exakt nach mütterlichem Rezept nachbereitete Speise serviert bekommen haben, wovon ich, Winfried Sobottka, begründet ausgehe:

http://www.freegermany.de/morde/boris-f/boris-f.html

  1. Abgesehen von der Schlinge, an der er hing, fand man meines Wissens keinen Hinweis auf eine Todesursache. Demnach hätte man ihn, wenn die Kühltruhentheorie in dem Fall zutreffen sollte, lebendig einfrieren müssen – ein Kältetod ist nahezu spurenfrei. Das wäre möglich: Fest gewickelt in Haltbarkeitsfolie, so dass er sich keine verletzungsspuren zufügen und sich auch nicht befreien konnte, kätte man ihn in eine hinreichend große Truhe / in einen Kühlraum verbringen können. Doch womöglich hätte er sich dann noch die Lippen oder die Zunge zerbissen; in einer solchen Lage wäre das durchaus typisch, wie Exhumierungen versehentlich lebend Begrabener ergeben haben.
  2.  Das Verfahren wäre viel umständlicher gewesen als die von mir angebotene Variante (s.o.).

Dennoch: Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass die Kühltruhentheorie jedenfalls nicht die Wahrheit trifft, man könnte ihm auch eine Mundsperre eingesetzt haben, zusätzlich zur Fesselung von Armen, Beinen und Händen, um zu verhindern, dass er sich die Lippen oder die Zunge verbeißt, während der verzweifelten Minuten, die er bei Bewusstsein in der Kühlung erlebte. Dann hätte man tatsächlich eine Lage geschaffen, in der die später aufgetaute Leiche keinerlei Hinweise auf eine Todesursache gegeben hätte – oder besser: Fast keine / keine, auf die ein nornaler Rechtsmediziner kommen würde.

Zur Klärung der Frage, ob eine Leiche tiefgekühlt war,  bedarf es modernster Technik

Allgemein bekannt ist es, dass Wasser sich ausdehnt, wenn es friert, weshalb Eis eben auch schwimmt. Ebenfalls bekannt ist, dass Wasser kristalline Strukturen bildet, wenn es friert, dass Eiskristalle spitz wie Dolche sind (das ist auch der Grund dafür, dass alle Tiere, die Körpertemperaturen unter 0 Grad überleben können, ein natürliches Gefrierschutzmittel in Blut und Zellen haben müssen).  Diese beiden Eigenschaften von frierendem Wasser und auf Wasser basierenden Flüssigkeiten,  Ausdehnung und Kristallbildung, führt in den Havers-Kanälen, die die menschlichen Knochen durchziehen, zu feststellbaren Veränderungen, wenn ein Leichnam tiefgekühlt wird – unter einem elektronischen  Abtastmikroskop bei 1.000-facher Vergrößerung diagnostizierbar!

Diese Informationen habe ich aus einem Roman („Der Tod kommt wie gerufen“, Kathy Reichs, S. 226, 298, 304 f.), doch abgesehen davon, dass sie einleuchtend sind, scheint Kathy Reichs den Ruf, zu wissen, worüber sie schreibt (Berliner Zeitung), nicht zu Unrecht zu genießen: In der Danksagung am Ende des Buches tauchen bekannte Experten aus allen Bereichen der Kriminalistik und Rechtsmedizin auf, siehe unter der Kopie des Buchrückens.

tiefgekuehlte-leiche-_havers-kanaele-s-226-298-304-305-backcovertiefgekuehlte-leiche-_havers-kanaele-s-226-298-304-305-danksagungenV.i.S.d.P.: Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

 

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Ein Gedanke zu „Rechtsmedizin – war die Leiche im Tiefkühlfach gewesen?

  1. Pingback: Interessantes zum Fall Boris F., “TRON”, und anderes /z.K. Andy Müller-Maguhn,CCC,Jürgen Elsässer | Winfried Sobottka

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